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Letzte Rezensionen

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Mittwoch, 22. April 2026

{Rezension} Wir dachten, wir könnten fliegen ~ Matthias Jügler (Hrsg.)

Wir dachten, wir könnten fliegen: 19 Geschichten über den Verlust der Arten und die Kraft der Literatur || Matthias Jügler (Hrsg.) || Penguin Verlag || Anthologie || HC || 256 Seiten || 1/1

Diese Anthologie versammelt literarische, ebenso humorvolle wie überraschende Beiträge von zwanzig der renommiertesten deutschsprachigen und internationalen Schriftsteller*innen. Sie fragen: Wie lebten bestimmte verschwundene Tiere und Pflanzen? Was verbindet uns heute noch mit ihnen? Was machte sie einzigartig? Und was wurde ihnen zum Verhängnis? Begleitet durch farbige Illustrationen von Barbara Dziadosz gibt »Wir dachten, wir könnten fliegen« den verschwundenen Arten ein Gesicht und holt sie aus der Anonymität in unser Bewusstsein.

Mit Beiträgen von: T.C. Boyle, John Burnside, Alex Capus, Daniela Dröscher, Elena Fischer, Charlotte Gneuß, Kim de l’Horizon, John Ironmonger, Helen Macdonald, Katerina Poladjan und Henning Fritsch, Melanie Raabe, Julia Schoch, Katrin Schumacher, Clemens J. Setz, Antje Rávik Strubel, Jackie Thomae, Iida Turpeinen, Caroline Wahl, Iris Wolff.


Während der Leipziger Buchmesse war ich bei einer wunderbaren Lesung im Godwanaland - nach abendlicher Erkundung des Gewächshauses und stärkendem Tee und Kuchen, präsentierten Verleger Matthias Jügler und die drei Autorinen Katerina Poladjan, Katrin Schumacher und Charlotte Gneuß das Buch Wir dachten, wir könnten fliegen - eine Kurzgeschichtensammlung über und zu ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten. Was für eine schöne Idee! Wobei schön natürlich relativ ist - dass bis zu einer Million Arten in den nächsten Jahrzehnten auszusterben drohen, dass bereits 60% weniger Wirbeltiere existieren als noch 1970 und dass einfach jeden Tag 150-200 Tier- und Pflanzenarten aussterben, ist erschreckend. Einige wenige Spezies also literarisch wiederzuerwecken, ist ein rührendes, aber auch aufwühlendes Anliegen.

Samstag, 18. April 2026

{Kurzrezension} Heldinnen der Meere ~ Kerstin Ehmer

Heldinnen der Meere: Sechzehn Frauen und ihr Leben für die Ozeane || Kerstin Ehmer || 
mare Verlag || Sachbuch || HC || 224 Seiten || 1/1

Eine Umweltaktivistin, die allein auf einer abgelegenen Insel lebt. Eine Schwimmerin, die als erste Frau den Ärmelkanal durchquert. Eine Freibeuterin, die sich am König rächt. Auch wenn Epochen und Kontinente zwischen den Leben von Zoe Lucas, Trudy Ederle und Jeanne de Clisson liegen, verbindet sie doch eines: das Meer. In 16 packenden Kapiteln porträtiert Kerstin Ehmer »Heldinnen der Meere« aus Wissenschaft, Kunst, Sport, Kultur und Mythologie – darunter bekannte Namen wie Virginia Woolf und Elisabeth Mann Borgese, aber auch die bislang wenig wahrgenommenen Biografien der Amerikanerin Marie Tharp, die die ersten präzisen Karten des Meeresbodens zeichnete, oder der Isländerin Thurídur Einarsdóttir, die im 19. Jahrhundert als unerschrockener »Vormann« mehrerer Fischerboote ausfuhr und mit ihren Mannschaften Rekordfänge an Land brachte.


Schon als ich dieses Buch in der Vorschau sah, wusste ich: Das muss ich haben! Verbindet es doch meine beiden großen Themen - Meer und Feminismus/starke Frauen.

Freitag, 17. April 2026

{Stöberrunde} Frauen in der Schlacht von Trafalgar, Pflanzen essen und griechische Periodenrituale


Ahoi! Die liebe Aleshanee veranstaltet monatlich eine Stöberrunde, bei der ich stets gerne vorbeischaue und schon den ein oder anderen spannenden Post dadurch entdeckt habe. Denn wer kennt das nicht - man stößt auf einen besonders lesenswerten Post und denkt sich "den kommentier ich später noch" oder "das möchte ich mir merken". Und dann tut man weder das eine, noch das andere. Damit das nicht mehr passiert und wundervolle Artikel voller Herzblut und Zeitinvestitionen in den weiten des Bloguniversums nicht mehr verloren gehen, habe ich schon vor langer Zeit angefangen, Links zu sammeln - in meiner Schatztruhe. Da könnt ihr gerne mal vorbeistöbern; heute möchte ich euch aber in Postform ein paar Beiträge vorstellen, die ich im letzten Monat so entdeckt habe 😊

Dienstag, 14. April 2026

{Kurzrezension} Antike Mythen ohne Männer ~ Mara Gold

Antike Mythen ohne Männer || Mara Gold || übersetzt aus dem Englischen von Gabriele Stein || DuMont Verlag || Sachbuch || HC || 240 Seiten || 1/1

Antike Mythen sind männliche Schöpfungen: Frauen galten als Verführerinnen, Opfer oder Bedrohung. Mara Gold rekonstruiert anhand von 40 Frauenfiguren die weiblichen Archetypen der klassischen Welt – Jungfrau, Hausfrau, Kriegerin, Femme fatale, Hexe, Wahnsinnige, Monster. Die Erzählungen von Circe, Helena, Medea und vielen anderen werden von ihrer historischen Entstehung bis zu ihrer modernen Deutung begleitet. So änderte sich auch die Wahrnehmung von Medusa als vernichtendem Monster hin zum Symbol für berechtigte weibliche Wut über das patriarchalische System. Das Buch zeigt, wie Normen der Antike weibliches Verhalten regulierten, über Jahrtausende fortwirkten und wie gerade das »Inakzeptable« heutige Heldinnenbilder prägt.


Ich liebe ja griechische Mythologie und vor allem die (feministischen) retellings, die in den letzten Jahren erschienen sind - als ich dieses Buch also in der Vorschau entdeckte, wusste ich: Das muss ich lesen! Ehrlich gesagt habe ich es dann aber vergessen und war umso begeisterter, als ich es nach Rückkehr von Bord in meinem Briefkasten fand.

Donnerstag, 9. April 2026

{Rezension} Die Liste der Lebenden ~ Stefan Kutzenberger

Die Liste der Lebenden || Stefan Kutzenberger || Picus Verlag || Roman || eBook || 208 Seiten || 1/1

September 1858, mitten auf dem Atlantik. Eine nicht mehr ganz junge Frau treibt nackt auf einer Tür liegend in den sachten Wellen. Die Sonne scheint und in Gedanken ist sie in Dänemark. Henriette Wulff, aus bester dänischer Familie, ist dreiundfünfzig, als sie sich entschließt, ihre Heimat hinter sich zu lassen und nach Amerika auszuwandern. Trotz ihres umtriebigen Soziallebens in den Salons Kopenhagens, trotz ihrer zahlreichen Bekanntschaften in Europa. Und trotz ihrer intensiven Freundschaft mit dem Dichter Hans Christian Andersen, mit dem sie über Jahrzehnte hinweg Hunderte Briefe wechselte.  Doch die Überfahrt endet in einer Katastrophe, der größten Schifffahrtskatastrophe des 19. Jahrhunderts. Inmitten der Trümmer des Dampfers »Austria« bleibt Henriette nichts übrig, als in Gedanken weiter Briefe an Andersen zu verfassen, ahnend, dass er zu Hause in seiner Schreibstube auch nicht anders kann, als ihr zu schreiben.


Dieses Buch habe ich, glaube ich, in einer Vorschau gesehen - wahrgenommen und den Klappentext gelesen, habe ich dann erst auf der Leipziger Buchmesse. Und was für ein Volltreffer! Schiffsunglück und Hans Christian Andersen? Call me in.