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Letzte Rezensionen

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Mittwoch, 22. April 2026

{Rezension} Wir dachten, wir könnten fliegen ~ Matthias Jügler (Hrsg.)

Wir dachten, wir könnten fliegen: 19 Geschichten über den Verlust der Arten und die Kraft der Literatur || Matthias Jügler (Hrsg.) || Penguin Verlag || Anthologie || HC || 256 Seiten || 1/1

Diese Anthologie versammelt literarische, ebenso humorvolle wie überraschende Beiträge von zwanzig der renommiertesten deutschsprachigen und internationalen Schriftsteller*innen. Sie fragen: Wie lebten bestimmte verschwundene Tiere und Pflanzen? Was verbindet uns heute noch mit ihnen? Was machte sie einzigartig? Und was wurde ihnen zum Verhängnis? Begleitet durch farbige Illustrationen von Barbara Dziadosz gibt »Wir dachten, wir könnten fliegen« den verschwundenen Arten ein Gesicht und holt sie aus der Anonymität in unser Bewusstsein.

Mit Beiträgen von: T.C. Boyle, John Burnside, Alex Capus, Daniela Dröscher, Elena Fischer, Charlotte Gneuß, Kim de l’Horizon, John Ironmonger, Helen Macdonald, Katerina Poladjan und Henning Fritsch, Melanie Raabe, Julia Schoch, Katrin Schumacher, Clemens J. Setz, Antje Rávik Strubel, Jackie Thomae, Iida Turpeinen, Caroline Wahl, Iris Wolff.


Während der Leipziger Buchmesse war ich bei einer wunderbaren Lesung im Godwanaland - nach abendlicher Erkundung des Gewächshauses und stärkendem Tee und Kuchen, präsentierten Verleger Matthias Jügler und die drei Autorinen Katerina Poladjan, Katrin Schumacher und Charlotte Gneuß das Buch Wir dachten, wir könnten fliegen - eine Kurzgeschichtensammlung über und zu ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten. Was für eine schöne Idee! Wobei schön natürlich relativ ist - dass bis zu einer Million Arten in den nächsten Jahrzehnten auszusterben drohen, dass bereits 60% weniger Wirbeltiere existieren als noch 1970 und dass einfach jeden Tag 150-200 Tier- und Pflanzenarten aussterben, ist erschreckend. Einige wenige Spezies also literarisch wiederzuerwecken, ist ein rührendes, aber auch aufwühlendes Anliegen.

Samstag, 18. April 2026

{Kurzrezension} Heldinnen der Meere ~ Kerstin Ehmer

Heldinnen der Meere: Sechzehn Frauen und ihr Leben für die Ozeane || Kerstin Ehmer || 
mare Verlag || Sachbuch || HC || 224 Seiten || 1/1

Eine Umweltaktivistin, die allein auf einer abgelegenen Insel lebt. Eine Schwimmerin, die als erste Frau den Ärmelkanal durchquert. Eine Freibeuterin, die sich am König rächt. Auch wenn Epochen und Kontinente zwischen den Leben von Zoe Lucas, Trudy Ederle und Jeanne de Clisson liegen, verbindet sie doch eines: das Meer. In 16 packenden Kapiteln porträtiert Kerstin Ehmer »Heldinnen der Meere« aus Wissenschaft, Kunst, Sport, Kultur und Mythologie – darunter bekannte Namen wie Virginia Woolf und Elisabeth Mann Borgese, aber auch die bislang wenig wahrgenommenen Biografien der Amerikanerin Marie Tharp, die die ersten präzisen Karten des Meeresbodens zeichnete, oder der Isländerin Thurídur Einarsdóttir, die im 19. Jahrhundert als unerschrockener »Vormann« mehrerer Fischerboote ausfuhr und mit ihren Mannschaften Rekordfänge an Land brachte.


Schon als ich dieses Buch in der Vorschau sah, wusste ich: Das muss ich haben! Verbindet es doch meine beiden großen Themen - Meer und Feminismus/starke Frauen.

Dienstag, 14. April 2026

{Kurzrezension} Antike Mythen ohne Männer ~ Mara Gold

Antike Mythen ohne Männer || Mara Gold || übersetzt aus dem Englischen von Gabriele Stein || DuMont Verlag || Sachbuch || HC || 240 Seiten || 1/1

Antike Mythen sind männliche Schöpfungen: Frauen galten als Verführerinnen, Opfer oder Bedrohung. Mara Gold rekonstruiert anhand von 40 Frauenfiguren die weiblichen Archetypen der klassischen Welt – Jungfrau, Hausfrau, Kriegerin, Femme fatale, Hexe, Wahnsinnige, Monster. Die Erzählungen von Circe, Helena, Medea und vielen anderen werden von ihrer historischen Entstehung bis zu ihrer modernen Deutung begleitet. So änderte sich auch die Wahrnehmung von Medusa als vernichtendem Monster hin zum Symbol für berechtigte weibliche Wut über das patriarchalische System. Das Buch zeigt, wie Normen der Antike weibliches Verhalten regulierten, über Jahrtausende fortwirkten und wie gerade das »Inakzeptable« heutige Heldinnenbilder prägt.


Ich liebe ja griechische Mythologie und vor allem die (feministischen) retellings, die in den letzten Jahren erschienen sind - als ich dieses Buch also in der Vorschau entdeckte, wusste ich: Das muss ich lesen! Ehrlich gesagt habe ich es dann aber vergessen und war umso begeisterter, als ich es nach Rückkehr von Bord in meinem Briefkasten fand.

Donnerstag, 9. April 2026

{Rezension} Die Liste der Lebenden ~ Stefan Kutzenberger

Die Liste der Lebenden || Stefan Kutzenberger || Picus Verlag || Roman || eBook || 208 Seiten || 1/1

September 1858, mitten auf dem Atlantik. Eine nicht mehr ganz junge Frau treibt nackt auf einer Tür liegend in den sachten Wellen. Die Sonne scheint und in Gedanken ist sie in Dänemark. Henriette Wulff, aus bester dänischer Familie, ist dreiundfünfzig, als sie sich entschließt, ihre Heimat hinter sich zu lassen und nach Amerika auszuwandern. Trotz ihres umtriebigen Soziallebens in den Salons Kopenhagens, trotz ihrer zahlreichen Bekanntschaften in Europa. Und trotz ihrer intensiven Freundschaft mit dem Dichter Hans Christian Andersen, mit dem sie über Jahrzehnte hinweg Hunderte Briefe wechselte.  Doch die Überfahrt endet in einer Katastrophe, der größten Schifffahrtskatastrophe des 19. Jahrhunderts. Inmitten der Trümmer des Dampfers »Austria« bleibt Henriette nichts übrig, als in Gedanken weiter Briefe an Andersen zu verfassen, ahnend, dass er zu Hause in seiner Schreibstube auch nicht anders kann, als ihr zu schreiben.


Dieses Buch habe ich, glaube ich, in einer Vorschau gesehen - wahrgenommen und den Klappentext gelesen, habe ich dann erst auf der Leipziger Buchmesse. Und was für ein Volltreffer! Schiffsunglück und Hans Christian Andersen? Call me in.

Samstag, 4. April 2026

{Kurzrezension} Die Känguru-Rebellion ~ Marc-Uwe Kling

Die Känguru-Rebellion || Marc-Uwe Kling || Hörbuch Hamburg || Humor ||
Hörbuch || 387 Minuten || 5/5

Hey Leute, aufgepasst, keine Fake News, es ist wirklich wahr: neue Geschichten vom Känguru und dem Kleinkünstler. Wird auch echt Zeit. Ich meine, guckt euch mal um in der Welt. Von den Zuständen kriegt man ja Zustände. Das Känguru jedenfalls hat keinen Bock mehr darauf und startet eine Rebellion. Macht ihr mit? Es wird politisch, aktuell – und extrem witzig. 


Wow, was habe ich mich über ein neues Känguru-Hörbuch gefreut! Auf dem Weg zur Leipziger Buchmesse wurde dann auch direkt mit dem Hören begonnen

Mittwoch, 27. August 2025

{Rezension} Yara's Hearts ~ Sabine Knop

Yara's Hearts || Sabine Knop || Selfpublishing || (Dark) Fantasy || eBook || 494 Seiten || 1/?

Ein Monster lauert den Seefahrern in der Karibik auf. Während Piraten und Kolonialisten um die Vorherrschaft der einzelnen Inseln kämpfen, verschwinden immer öfter ganze Besatzungen und herrenlose Schiffe stranden an den Ufern. Abergläubische Matrosen sprechen von Sirenen. Denn zunächst bleiben die Frauen verschont. Doch schon bald verschwinden auch die weiblichen Passagiere spurlos und die wenigen Überlebenden dichten Riesen-Kraken in die Berichte hinein. Routen werden geändert und Messer gewetzt, denn der Verlust wird untragbar. Eine weibliche Piraten Kapitänin macht es sich zur Aufgabe, ihre Crew zu rächen und ihre Ehre zu retten, indem sie das Monster zur Strecke bringt. Ob sie dem Gesang der Sirene widerstehen kann?


Piratin? Sirene? Fluch der Karibik vibes aber mit queerer Repräsentation?! Call me in!

Donnerstag, 17. Juli 2025

{Rezension} Auf den Spuren unserer Vorfahren ~ Raksha Dave

Auf den Spuren unserer Vorfahren: 50 Funde erzählen die Geschichte neu || Raksha Dave || übersetzt aus dem Englischen von Nora Schröder || E. A. Seemann Verlag || Kinder(sach)buch || HC || 64 Seiten || 1/1

Wer hat schon von den Höhlenmalerinnen der Steinzeit gehört oder von der Frau, die im antiken Griechenland bei den olympischen Spielen gewann? Oder von den Schwarzen Pharaonen, die über das alte Ägypten herrschten? Das Leben unserer Vorfahrinnen und Vorfahren war weitaus vielfältiger, als wir bisher dachten. Fesselnd, überraschend und inspirierend zeigt das Kindersachbuch, dass viele Menschen in der Vergangenheit vielleicht doch anders lebten als gedacht. Enthüllt wird dies durch 50 Fundstücke, die vergessene oder bisher übersehene Geschichte konkret und anschaulich machen. Gemeinsam erforschen wir uralte Kulturen, die nachhaltige Städte bauten oder öffentliche Krankenhäuser einrichteten. Von Fu Hao, der Armeegeneralin im bronzezeitlichen China, bis zu den Metropolen der Native Americans, enthüllt es Geschichten aus 40.000 Jahren.


Um die siebte Klasse herum wollte ich ja Archäologin (am liebsten Ägyptologin) werden und bis heute habe ich da ein Faible für - als ich also dieses Buch bei vorablesen entdeckte, schlug mein Herz höher!

Mittwoch, 16. Juli 2025

{Rezension} Witches, Bitches, It-Girls ~ Rebekka Endler

Witches, Bitches, It-Girls: Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen || Rebekka Endler || rowohlt Verlag || Sachbuch || eBook || 464 Seiten || 1/1

Witches, Bitches, It-Girls ist eine anekdotische Spurensuche, die durch die lange Menschheitsgeschichte führt. Rebekka Endler blickt dabei in den Maschinenraum des Patriarchats, beschäftigt sich mit der Kanonisierung in der Kunst, mit der Epoche der Romantik, mit der sogenannten Normalität und mit feministischen Wellen, mit Cancel-Culture und Transfeindlichkeit – und fragt: Was bringt so viele Frauen heute noch dazu, von einem rettenden Märchenprinzen zu träumen? Warum werben sogenannte Tradwives für ein Leben als Hausfrau und Mutter? Was steckt hinter der Mommy-Blogger-Welle, und welche Funktion haben Frauenbilder wie Witches, Bitches und It-Girls? Humorvoll, schlagfertig und kämpferisch zeigt Rebekka Endler, wie wir alle das Patriarchat Tag für Tag am Laufen halten – und wie wir es dennoch verändern können, wenn wir das System dahinter verstehen und angreifen.


Bei feministischen (Sach-)Büchern bin ich immer am Start - und da ich Das Patriarchat der Dinge geliebt habe war ich voller Vorfreude auf Endlers neues Werk.

Dienstag, 15. Juli 2025

{Rezension} Die Frauen von Cornwall ~ Daphne du Maurier

Die Frauen von Cornwall || Daphne du Maurier || übersetzt aus dem Englischen von
Brigitte Heinrich 
|| insel taschenbuch || Roman || SC || 496 Seiten || 1/1

Janet ist mit dem Werftbesitzer Thomas Coombe verheiratet, sie leben mit ihren Kindern scheinbar glücklich in dem beschaulichen kornischen Hafenstädtchen Plyn. Doch Janet ist ruhelos – immer wieder zieht es sie an die Klippen, und sie träumt davon, ein Mann und frei zu sein und um die Welt zu segeln. Diesen Drang und die unstillbare Liebe zum Meer gibt sie an ihren Sohn Joseph weiter – und als er, wild und ungebärdig, auf einem Schiff anheuert und sein Glück in der Ferne sucht, ist es, als würden ihre Träume wahr. Doch die Rivalität zwischen Joseph und seinem Bruder Philip droht die Familie zu zerreißen…


Von Daphne du Maurier habe ich ja schon einige Bücher gelesen und vor allem Rebecca geliebt; als bei LovelyBooks eine Leserunde zu ihrem neu-übersetzten Debüt angekündigt wurde, musste ich einfach mein Glück versuchen - und die Losfee war mir hold 😊

Samstag, 12. Juli 2025

{Rezensionen} Mit Percy Jackson, Nico & Will auf Tour


Ahoi! Ich bin ja ein großer Rick Riordan-Fan und nachdem ich Percy Jackson: Der Zorn der dreifachen Göttin und Nico & Will nun gelesen habe, bin ich auch wieder auf dem aktuellsten Stand - doch lasst mich fangirlen 😅😊

Donnerstag, 12. Juni 2025

{Faktencheck} Twist ~ Colum McCann

Twist || Colum McCann || übersetzt aus dem irischen Englischen von Thomas Überhoff || 
rowohlt || Roman || eBook || 416 Seiten || 1/1

2019 geht der Journalist Fennell in Kapstadt an Bord der Georges Lecointe, eines Reparaturschiffs für Kabelbrüche in der Tiefsee. Er soll eine Reportage schreiben, über Kommunikation und ihre Störungen. Im Fokus: die Tiefseekabel, die die globalen Datenflüsse leiten, ständig gefährdet durch Naturereignisse, Krieg und Terrorismus. Der Missionschef Conway scheint nicht glücklich über den Gast, der sich für alles zu interessieren scheint  – vielleicht auch für Conways Frau Zanele? Es sieht auch erst nicht danach aus, als sei so bald ein Einsatz fällig – bis eines Morgens in der Stadt Chaos ausbricht: Internet tot, Telefone stumm, kein Geld am Automaten. Eine Havarie mitten im Atlantik, in großer Tiefe, ganz Afrika ist betroffen. Das Schiff lichtet den Anker. Nach Wochen auf hoher See dann eine erschreckende Nachricht: Auf Zanele wurde ein Anschlag verübt. Als Fennell zu neugierig wird, eskaliert der Konflikt. Allein mit der Crew auf dem Kabelleger umkreisen sich die beiden Männer …


Ich habe auf Instagram Sarahs begeisterte Besprechung dieses Buches gelesen und wusste: Das muss ich auch lesen!

Sonntag, 25. Mai 2025

(Hör-)Buchempfehlung: Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen

Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen ||
Mareike Fallwickl || 
argon Hörbuch || Essay || 1h 29 min

Manche sagen: Wenn Mütter ihren Kindern antipatriarchales Wissen vermitteln würden, hätten wir schnell echte Gleichberechtigung. Dass es so einfach nicht ist, davon handelt dieser Essay. Denn während junge Frauen zunehmend feministisch denken, wenden sich junge Männer verstärkt rechtem und frauenfeindlichem Gedankengut zu. Misogyner Content ist überall, vor allem Jugendliche konsumieren ihn millionenfach. Was können wir dem in Familie und Gesellschaft entgegensetzen? Ist es wahr, dass Männer im Patriarchat nur Vorteile haben – oder zeigt ein genauerer Blick ein anderes Bild? Warum sind sie im feministischen Kampf immer nur das Dagegen, nie das Dafür, nie das Miteinander? Wie funktioniert überhaupt patriarchale Sozialisierung und weshalb ist es wichtig, sich dagegenzustemmen?


Leute, ich bin so begeistert. Ihr MÜSST dieses Buch einfach lesen oder euch die Hörbuchfassung, von der Autorin selbst eingesprochen, zu Gemüte führen.

Dienstag, 20. Mai 2025

{Rezension} Ein Raum zum Schreiben ~ Kristin Valla

Ein Raum zum Schreiben || Kristin Valla || übersetzt aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs || mare Verlag || erzählendes Sachbuch? || HC || 272 Seiten || 1/1

Obwohl sie mit dreißig mehrere international beachtete Romane veröffentlich hat, stellt Kristin Valla mit Anfang vierzig fest, dass niemand – nicht einmal sie selbst – sie noch als Schriftstellerin betrachtet. Inzwischen ist sie Mutter geworden, ihr ehemaliges Arbeitszimmer in der kleinen Osloer Wohnung zum Kinderzimmer, und im Kreise anderer Kreativer fragt schon längst niemand mehr, woran sie gerade arbeitet. So fasst sie den Entschluss, sich den verlorenen Schaffensraum zurückzuerobern, und begibt sich auf zwei parallele Reisen. Die erste führt sie – auf der Suche nach einem eigenen Arbeitsdomizil am Meer – nach Südfrankreich, die zweite auf die Spuren berühmter Literatinnen wie Daphne du Maurier, Selma Lagerlöf, Toni Morrison oder Chimamanda Ngozi Adichie, für die das Recht auf einen eigenen Raum zum Schreiben alles andere als selbstverständlich war.


Mit diesem Buch habe ich eine ganze Weile lang geliebäugelt, mich zunächst gegen das Lesen entschieden und mich dann kurz vor knapp doch noch bei vorablesen beworben - und gewonnen!

Freitag, 25. April 2025

{Rezension} Terra Ganova: Die Kinder des verlorenen Fischers ~ Foe de Mar

Die Kinder des verlorenen Fischers || Foe de Mar || Selfpublishing || Abenteuerroman ||
SC || 416 Seiten || 1/4

Als sich Lean und ihr Bruder Willin mitten in der Nacht aus dem Fenster ihres Elternhauses zwängen, wissen sie nicht, wer sich da gerade gewaltsam an der Tür zu schaffen macht. Und schon gar nicht, wohin sie jetzt sollen.  Die Flucht katapultiert sie aus ihrem geruhsamen Dorf in eine gänzlich fremde Welt, wo sie sich von einer Pyramide stürzen, jemanden überreden müssen, ihr Gold zu nehmen, und auf zwei seltsame Todesfälle stoßen. Aber das ist nicht das Schlimmste. Während sie sich zwischen der tobenden Sklavenkampfarena, dem merkwürdigen Markt der Kurzweil und all dem Trara um diese Blutsmeile zurechtzufinden suchen, erfahren sie schließlich, wer hinter ihnen her ist und warum. Plötzlich ergibt alles einen Sinn. Und steht Kopf. Nicht zum letzten Mal.  Zu dumm, dass sie das Einzige, das ihnen vielleicht aus ihrer misslichen Lage helfen könnte, verloren haben. Dafür finden sie neue Freunde. Oder etwa nicht?


Dieses Buch durfte ich in der Adventszeit bei der lieben Aleshanee gewinnen - welch Glück, denn sonst wäre mir eine großartige Geschichte entgangen!

Donnerstag, 24. April 2025

Me(e)hr solche Kinderbücher!


Ahoi! Auf vorablesen und bei Kinderbuchlesen durfte ich diese beiden Bücher gewinnen und möchte sie auch heute beide vorstellen und ans Herz legen ♥

Dienstag, 11. März 2025

{Kurzrezension} Das Herz eines Schiffes ~ Elinor Mordaunt

Das Herz eines Schiffes || Elinor Mordaunt || übersetzt aus dem Englischen von Alexander Pechmann || mare Verlag || Anthologie || HC || 176 Seiten || 1/1

Ein Bruderzwist gipfelt in einem Showdown auf hoher See, ein Kapitän erzwingt die Treue seiner dem Untergang geweihten Mannschaft, ein sterbenskranker Mann erträumt sich einen Heldentod im Kampf mit Piraten, und ein verliebtes Schiff verweigert seiner Besatzung den Dienst. Wer geglaubt hat, gutes literarisches Seemannsgarn sei nur von Autoren wie Jack London, Joseph Conrad und Rudyard Kipling gesponnen worden, der hat sich gründlich getäuscht: Elinor Mordaunts maritime Erzählungen, die zwischen 1912 und 1934 erschienen und in dieser Ausgabe übersetzt und kommentiert von Alexander Pechmann erstmals auf Deutsch vorliegen, sprühen vor erzählerischer Freude und dramaturgischem Gespür und sind äußerst kenntnisreich, wenn es um das Leben (und Sterben) auf den sieben Weltmeeren geht.


Der mare Verlag ist bekannt und von mir geliebt für (besonders schöne) Meeresbücher; im aktuellen Programm nehmen sie sich explizit auch der Frauen an, die vom und über das Meer schrieben. Und ich durfte einen der vier Klassikerinnen lesen.

Freitag, 7. März 2025

{Rezension} Unentdeckt ~ Gabriela Wiener

Unentdeckt || Gabriela Wiener || übersetzt aus dem peruanischen Spanisch von Friederike von Criegern || kanon Verlag || Roman || HC || 192 Seiten || 1/1

Welche Spuren hinterlässt koloniale Gewalt?

Die heiligen Orte in den Anden beherbergten einst wertvolle Grabbeigaben. Heute findet man sie in den großen Sammlungen europäischer Museen. Dort wird Gabriela Wiener mit ihrem Erbe konfrontiert: Ausgerechnet ihr Ururgroßvater Charles Wiener, ein jüdisch-österreichischer Forscher, erbeutete im 19. Jahrhundert Tausende Artefakte. Als sie der väterlichen Linie ihres Stammbaums nachgeht, stößt sie auf patriarchale Heldenerzählungen: die Legende des bescheidenen Deutschlehrers, der über Nacht zu Indiana Jones wird, aber in Peru Frau und Kind zurücklässt. Und die Parallelbeziehung ihres Vaters, in der dieser mit Vorliebe eine Augenklappe trug. Werden Vorstellungen von Liebe und Lust weitergetragen? – Ausgehend von ihrem Nachnamen wird Gabriela Wiener nicht nur zur Chronistin von Kolonialverbrechen, sondern auch zur Erzählerin ihrer selbst.


Vor allem durch Babel angestoßen, beschäftige ich mich momentan mit dem Kolonialismus und seinen Folgen; als ich diese own voice Erzählung in der Verlagsvorschau entdeckte, wollte ich sie unbedingt lesen.

Dienstag, 4. März 2025

Der große Riss ~ Buchbesprechung, Wissenswertes zum Panamakanal & meine Erlebnisse

Der große Riss || Christina Henríquez || übersetzt aus dem Amerikanischen von Maximilian Murmann || Hanser Verlag || Roman || HC || 416 Seiten || 1/1

Als um 1900 ein Kanal gebaut wird, der Atlantik und Pazifik verbindet, treffen in Panama die unterschiedlichsten Menschen aufeinander: Arbeiter aus der Karibik, amerikanische Journalisten, aber auch Malaria-Ärzte und Wahrsagerinnen. Viele sehnen sich nach einem neuen Leben. So auch Ada und der Fischerssohn Omar, die sich ineinander verlieben. Doch wie nah beieinander stehen Fortschritt und Ausbeutung? Und welche Rolle spielen Frauen bei dieser Unternehmung? Ein tiefer Riss geht durch die Gesellschaft, die getrennt ist durch Geschlecht, Hautfarbe und Status. Henríquezʼ gefeierter Roman behandelt Fragen, die aktueller denn je sind, und erzählt aus der Perspektive von Frauen von Menschen, die im Getriebe der Geschichte kaum wahrgenommen wurden.


Schon lange habe ich euch einen Post über den Panama-Kanal versprochen; nach der Lektüre dieses Buches ist es nun endlich soweit - doch zunächst ein paar Worte zum Roman.

Sonntag, 23. Februar 2025

{Faktencheck} Über die See ~ Mariette Navarro

Über die See || Mariette Navarro || übersetzt aus dem Französischen von Sophie Beese || Kunstmann Verlag || Roman || HC || 160 Seiten || 1/1

Auf einer Fahrt in die Tropen, kurz hinter den Azoren richtet die Besatzung eines Containerschiffs eine ungewöhnliche Bitte an die Kapitänin: Sie möchten hier, auf dem offenen Meer, schwimmen gehen. Das hat es noch nie gegeben. Zu ihrer eigenen Überraschung lässt die Kapitänin es zu. Sie bleibt allein auf dem Schiff, mit all den Zweifeln, ob sie das Richtige entschieden hat. Werden die Männer zurückkommen? Das Schiff wird immer langsamer, ein mysteriöser Nebel kommt auf. Wieso kann die Kapitänin auf einmal das Herz des Schiffes schlagen hören? Und warum drängt sich ausgerechnet jetzt ihr Vater in die Erinnerung, der einst selbst zur See fuhr und seit einer Überfahrt kein Wort mehr sprach?


Es ist endlich so weit! Vor Monaten schon habe ich euch diesen Faktencheck versprochen und hier ist er nun 🎉 Denn während mir der lyrisch Schreibstil meist too much war, fand Recherche eindeutig zu wenig statt...

Samstag, 8. Februar 2025

{Rezension} Das kleine Buch vom Meer: Häfen ~ Stefan Kruecken & Olaf Kanter

Das kleine Buch vom Meer: Häfen || Stefan Kruecken & Olaf Kanter || 
Ankerherz Verlag || Sachbuch || HC || 236 Seiten || 5/?

Häfen sind Orte, die Seeleuten Schutz vor einem Sturm bieten. In Häfen laden und löschen Crews die Ladung ihrer Frachter. In Häfen brechen Menschen auf in eine neue Welt. In Häfen verabschieden sie ihr altes Leben, in Häfen feiern Menschen den Moment und die Nacht, in Häfen mischen sich die unterschiedlichsten Kulturen. Häfen sind Orte von Seeleuten, Händlern und Halunken. Es sind Orte der Arbeit und des Müßiggangs, von rotem Licht und Blaumännern, Orte des Aufbruchs und der Einkehr. „Häfen taugen nichts“, schimpfte der Schriftsteller und Kapitän Joseph Conrad: „Schiffe verrotten, Männer gehen zum Teufel“.

Wir erzählen im „Kleinen Buch vom Meer: Häfen“ die romantischsten, spannendsten und schönsten Geschichten aus Deutschlands Toren zur Welt, aus Hamburg, Bremerhaven und Rostock. Wir sind auf den Kais von Rotterdam, Antwerpen und Le Havre. Wir besuchen Sehnsuchtsziele wie San Francisco, aber auch kleine Häfen in Irland oder Häfen, die vergessen wurden.


Ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange ich auf das Erscheinen dieses Buch hingefiebert habe - es müssen Jahre gewesen sein, in denen der Erscheinungstermin immer wieder verlegt wurde. Ich weiß nämlich noch, wie ich an Bord war und mir das Buch von meiner Mutter zum nächsten Geburtstag (oder war es Weihnachten?!) gewünscht habe. Jetzt viel also quasi beides im Januar aufeinander, haha. Riesengroß war die Freude, als das Buch tatsächlich und endlich erschien - und ich es in den Händen hielt.