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Letzte Rezensionen

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Posts mit dem Label mare Verlag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Dienstag, 20. Mai 2025

{Rezension} Ein Raum zum Schreiben ~ Kristin Valla

Ein Raum zum Schreiben || Kristin Valla || übersetzt aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs || mare Verlag || erzählendes Sachbuch? || HC || 272 Seiten || 1/1

Obwohl sie mit dreißig mehrere international beachtete Romane veröffentlich hat, stellt Kristin Valla mit Anfang vierzig fest, dass niemand – nicht einmal sie selbst – sie noch als Schriftstellerin betrachtet. Inzwischen ist sie Mutter geworden, ihr ehemaliges Arbeitszimmer in der kleinen Osloer Wohnung zum Kinderzimmer, und im Kreise anderer Kreativer fragt schon längst niemand mehr, woran sie gerade arbeitet. So fasst sie den Entschluss, sich den verlorenen Schaffensraum zurückzuerobern, und begibt sich auf zwei parallele Reisen. Die erste führt sie – auf der Suche nach einem eigenen Arbeitsdomizil am Meer – nach Südfrankreich, die zweite auf die Spuren berühmter Literatinnen wie Daphne du Maurier, Selma Lagerlöf, Toni Morrison oder Chimamanda Ngozi Adichie, für die das Recht auf einen eigenen Raum zum Schreiben alles andere als selbstverständlich war.


Mit diesem Buch habe ich eine ganze Weile lang geliebäugelt, mich zunächst gegen das Lesen entschieden und mich dann kurz vor knapp doch noch bei vorablesen beworben - und gewonnen!

Dienstag, 11. März 2025

{Kurzrezension} Das Herz eines Schiffes ~ Elinor Mordaunt

Das Herz eines Schiffes || Elinor Mordaunt || übersetzt aus dem Englischen von Alexander Pechmann || mare Verlag || Anthologie || HC || 176 Seiten || 1/1

Ein Bruderzwist gipfelt in einem Showdown auf hoher See, ein Kapitän erzwingt die Treue seiner dem Untergang geweihten Mannschaft, ein sterbenskranker Mann erträumt sich einen Heldentod im Kampf mit Piraten, und ein verliebtes Schiff verweigert seiner Besatzung den Dienst. Wer geglaubt hat, gutes literarisches Seemannsgarn sei nur von Autoren wie Jack London, Joseph Conrad und Rudyard Kipling gesponnen worden, der hat sich gründlich getäuscht: Elinor Mordaunts maritime Erzählungen, die zwischen 1912 und 1934 erschienen und in dieser Ausgabe übersetzt und kommentiert von Alexander Pechmann erstmals auf Deutsch vorliegen, sprühen vor erzählerischer Freude und dramaturgischem Gespür und sind äußerst kenntnisreich, wenn es um das Leben (und Sterben) auf den sieben Weltmeeren geht.


Der mare Verlag ist bekannt und von mir geliebt für (besonders schöne) Meeresbücher; im aktuellen Programm nehmen sie sich explizit auch der Frauen an, die vom und über das Meer schrieben. Und ich durfte einen der vier Klassikerinnen lesen.

Sonntag, 17. November 2024

{Rezension} Das Wetter lesen ~ Elliot Rappaport

Das Wetter lesen: Wie Wolken, Wind und Wellen unser Leben bestimmen || 
Captain Elliot Rappaport || übersetzt aus dem Amerikanischen von Rudolf Mast || mare Verlag || Sachbuch || HC || 400 Seiten || 1/1

Was verbirgt sich in einer Wolke? Wie entstehen Jetstreams und Hurrikans? Wie konnten polynesische Entdecker gen Osten fahren, wenn die Passatwinde Schiffe seit Jahrhunderten gen Westen treiben, und was genau ist El Niño? Nach 30 Jahren an Bord verschiedenster Schiffe teilt Elliot Rappaport mit uns sein Wissen über das Wetter. Er nimmt uns mit auf Segelreisen von der mexikanischen Küste bis ins Herz der Tropen, von den eisigen Gewässern Grönlands bis in die Roaring Forties. Ausgehend von seinen Erlebnissen auf See erklärt Rappaport packend und anschaulich Phänomene wie Gewitter, Eisbildung oder Vulkanismus und bringt uns die Großkreisnavigation oder die Funktionsweise des Radars nahe. Nicht zuletzt schlägt er den Bogen zu größeren Zusammenhängen wie der Klimaentwicklung und versteht es so, persönliche Erfahrung mit Wissenschaft zu verbinden.


Bereits als ich dieses Buch in der Vorschau entdeckte, wusste ich, dass es auf mich gewartet hat - und als ich es dann endlich in den Händen halten durfte, bestätigte sich das!

Montag, 20. Mai 2024

{Rezension} Nordostpassage: Geschichte eines Seewegs ~ Andreas Renner

Nordostpassage || Andreas Renner || mare Verlag || Sachbuch || HC || 272 Seiten || 1/1

Jahrhundertelang träumten europäische Seefahrer vergeblich von einer Ostroute durchs sibirische Eismeer: Willem Barents und Vitus Bering erlagen nach ihren »Entdeckungen« Spitzbergens und der Beringstraße den Strapazen ihrer Expeditionen, und selbst der erfolgsverwöhnte James Cook scheiterte an der Suche nach dem östlichen Ausgang aus den Eismassen. Die Sowjetunion erkämpfte sich den Seeweg durch den Einsatz von Eisbrechern, doch noch immer sank aus Hybris so manches Schiff. Ausgerechnet der Klimawandel öffnet nun die lange herbeigesehnte Wasserstraße – und macht sie zugleich zum Gegenstand unterschiedlichster Interessenkonflikte. Wirtschaftsraum für den Export von fossilen Rohstoffen oder Nationalpark im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes? Internationale Transitroute oder russisches Hoheitsgebiet?


Mal wieder eine Leseempfehlung abseits der großen Verkaufsschlager und mitten aus meinem persönlichen Interessengebiet (wofür der mare Verlag ja prädestiniert ist) 😀

Dienstag, 26. September 2023

{Rezension} Die Bibliothek der sieben Meere ~ Alexander Pechmann

Die Bibliothek der sieben Meere || Alexander Pechmann || mare Verlag || 
Sachbuch || HC || 256 Seiten || 1/1

Im Bücherregal Alexander Pechmanns verbirgt sich ein besonderes Kleinod: Seine Seiten sind vergilbt, der Rücken durchgewetzt, der blutrote Leineneinband fleckig, als hätte es monatelang in einem offenen Rettungsboot gelegen. Es ist der maritime Lieblingsroman seines zur See fahrenden Ururgroßvaters und Urquell einer nun schon über mehrere Generationen vererbten Liebe zur Meeresliteratur. In seinem von Orlando Hoetzel wunderschön illustrierten Buch spürt Alexander Pechmann dieser Liebe nach. Er gibt einen Überblick über bekannte und unbekannte Werke, beleuchtet Zusammenhänge und Einflüsse und nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise über die sieben Meere der Literatur, wo seit Odysseus’ Irrfahrt Geisterschiffe kreuzen und Windsbräute toben, wo Schiffbruch erlitten, gemeutert, geschmuggelt und so mancher Goldschatz gehoben wird.


Bereits als ich diesen Titel in der Vorschau entdeckte, war ich aufgeregt - und noch viel me(e)hr, als ich das Schätzchen dann in den Händen hielt: Leineneinband, Lesebändchen und fernes Wellenrauschen...

Sonntag, 20. August 2023

{ZzS} #87: Die Kunst, unter Wasser zu leben ~ Olli Jalonen

Die Kunst, unter Wasser zu leben || Olli Jalonen || mare || Roman || 4/5 Anker

Ahoi! Vielleicht erinnert ihr euch ja noch an meine ➽ Rezension ➽ zu diesem Buch - und wie viele Post-its es zierte. Heute möchte ich zumindest ein paar Zitate von über Angus mit euch teilen, die mich besonders berührt und persönlich getroffen haben. 

Sonntag, 28. Mai 2023

{Rezension} Kleiner Atlas der Leuchttürme am Ende der Welt ~ José Luis González Macías

Kleiner Atlas der Leuchttürme am Ende der Welt || José Luis González Macías || 
mare || Sachbuch || HC || 160 Seiten || 1/1

Licht und Dunkelheit, Wind und Wasser, Einsamkeit und Hoffnung verbinden wir mit Leuchttürmen, aber auch beeindruckende Menschen, die das Feuer bewachen. Deren Geschichten erzählt dieses Buch, durch das sich wie ein Leuchtfeuer die Faszination für einen ungewöhnlichen, im Verschwinden begriffenen Arbeits- und Lebensraum zieht: von einem Leuchtturmwärter, der allmählich sein Augenlicht verliert und trotzdem seine Stellung hält, von einem Leuchtturm auf einer wandernden Insel, der irgendwann außer Sichtweite des Meeres steht, vom Klappern einer Schreibmaschine, das man nach dem Tod des Leuchtturmwärters nachts noch zu hören glaubt, oder einem zwölfjährigen Mädchen, das zum rettenden Engel unzähliger Schiffbrüchiger wird.


Seit ich durch Leuchttürme - Von Borkum bis Usedom meine Faszination für Leuchttürme entdeckt habe, komme ich um Bücher zu den Lichtwächtern der See nicht mehr herum - egal ob Romane oder Sachliteratur. Als ich diesen Augenschmaus in der Vorschau entdeckte, war es sogleich um mich geschehen.

Dienstag, 14. Februar 2023

{Rezension} Die Kunst, unter Wasser zu leben ~ Olli Jalonen

Die Kunst, unter Wasser zu leben || Olli Jalonen || mare Verlag || Roman || HC || 528 Seiten || 2/2

London, 1688: Der von St. Helena stammende Angus steht in den Diensten des Universalgelehrten Edmond Halley. Dessen aktuelles Interesse gilt dem Leben unter Wasser, und Angus ist der Erste, der mit einer Tauchglocke in der Themse tauchen darf. Angus genießt nicht nur als Forschungsgehilfe Halleys Vertrauen, sondern fühlt sich sogar als Teil der Familie Halley, wenn auch nur fast. Wegen seiner einfachen Herkunft ist ihm der Schulbesuch verwehrt, und er fragt sich zunehmend, wie er sich von Halley emanzipieren kann – und wie es seiner Familie auf St. Helena geht. Seine Zuneigung zum Dienstmädchen Henrietta mündet in einen tragischen Vorfall, und Halley scheint ihn immer wieder zu vertrösten, wenn es um seine Zukunftsaussichten geht. Doch dann erhält Angus bei einer großen Schiffsexpedition zur Bestimmung der Längengrade die Chance, endlich aus dem Schatten seines Meisters zu treten.


Fast zwei Jahre ist es nun schon her, dass ich Angus kennengelernt und mit ihm St. Helena verlassen habe - mit einer Rückkehr zu ihm, Edmond Halley und der südatlantischen Insel hatte ich nicht gerechnet. Obwohl damals von der Geschichte enttäuscht, machte mich der Klappentext dieser Fortsetzung doch wieder neugierig...

Montag, 19. April 2021

{Rezension} Crazy Horse ~ Till Hein

Crazy Horse || Till Hein || mare || Sachbuch || HC || 240 Seiten || 1/1

Anmutige Tänzer, Meister der Tarnung und romantische Liebende, doch auch schwerhörige Vielfraße, launische Griesgrame und langsame Faulpelze: All das und mehr sind Seepferdchen. Man findet die kleinen Fische nicht nur in Seegras­wiesen und Mangrovenwäldern, sondern ebenso im Schachspiel und in griechischen Sagen – und wie kommen sie eigentlich auf Kinderbadeanzüge, Geldmünzen und Toilettenschüsseln aus dem alten Rom? Was macht sie trotz ihrer Trägheit zu erstklassigen Jägern, warum ist ein Hirnareal nach ihnen benannt, wie können sie uns helfen, besser zu schlafen, und sogar die Robotik inspirieren? Unterhaltsam und informativ erzählt Till Hein von kuriosen Erkenntnissen der aktuellen Forschung, geht Mythen auf den Grund und lüftet so Geheimnisse über die verrückten Pferde der See.


Seit geraumer Zeit lese ich ja nun vermehrt Sachbücher und als ich über diese Neuerscheinung stolperte, war ich neugierig - bisher beschränkte sich mein Wissen über Seepferdchen darauf, dass die Männchen schwanger werden und ich für das Schwimmabzeichen damals ganz schön strampeln musste.

Mittwoch, 7. April 2021

{Rezension} Die Himmelskugel ~ Olli Jalonen

Die Himmelskugel || Olli Jalonen || mare || Roman || HC || 544 Seiten || 1/2

1679. Mitten im Atlantik, auf der Insel St. Helena, träumt der achtjährige Angus einen großen Traum: Er will in die Fußstapfen des Sternenforschers Edmond Halley treten und dessen Gehilfe im fernen London werden. Angus übt für seine Laufbahn als Wissenschaftler, indem er tagsüber Vögel zählt und nachts die Position der Sterne markiert, wie Halley es ihm bei seinem Besuch auf der Insel beigebracht hat. Als es unter dem tyrannischen Gouverneur zu Unruhen kommt, rückt die Erfüllung von Angus’ Traum unverhofft näher: Mit einem geheimen Brief wird er als blinder Passagier an Bord eines Schiffes geschickt, um in England die Hilfe des geschätzten Herrn Halley zu erbitten…

Ein außergewöhnlicher Roman über die Anfänge der Aufklärung und die berührende Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und einem großen Universalgelehrten.


Lange habe ich nach den "richtigen" Worten für dieses Buch gesucht. Denn so schwer es manchmal sein mag, Begeisterung in Worte zu kleiden: Noch kniffliger ist es häufig, Enttäuschung angemessen und konstruktiv auszudrücken.

Samstag, 17. Oktober 2020

{Rezension} Der Niemand von der Narcissus ~ Joseph Conrad

Der Niemand von der »Narcissus« || Joseph Conrad || mare || Klassiker || HC || 256 Seiten || 1/1

Joseph Conrads dritter Roman erschien in den USA und in Großbritannien mit unterschiedlichen Titeln: In New York veröffentlichte man ihn 1897 als The Children of the Sea; gegenüber seinem Londoner Verlag aber setzte sich Conrad 1898 mit dem damals von ihm bevorzugten Titel durch, und die Geschichte einer dramatischen Überfahrt von Bombay nach London erhielt den Namen, der ihre Rezeption bis heute zum Dilemma macht: The N*** of the »Narcissus«. Der rassistischen Bezeichnung zum Trotz bürgt die Hauptfigur, der hünenhafte Matrose Jimmy Wait, für ihr Gegenteil: das würdevoll Menschliche in jedem Einzelnen, gleich welcher Hautfarbe, Religion und sozialen Stellung. Mit seiner brillanten Neuübersetzung wagt Mirko Bonné den Versuch, dieses literarische Großereignis und Zeugnis der Kameradschaft auf See endlich auch einer heutigen Leserschaft zugänglich zu machen.


Bei maritimer Belletristik ist an Joseph Conrad, gebürtig  Józef Teodor Nałęcz Konrad Korzeniowski, nicht vorbeizukommen - neben Melville einer der Autoren, der selbst zur See fuhr und darüber schrieb. Schon länger wollte ich Die Schattenlinie lesen und habe mich nun entschieden, zunächst zu einem seiner kontroversesten und gerade neu aufgelegten Romane zu greifen.